15 December 2016

HSBC Trade Forecast: Dienstleistungen treiben künftigen Welthandel

Der Dienstleistungssektor wird in den kommenden 15 Jahren für den Großteil des Wachstums im Welthandel verantwortlich sein. Zu diesem Ergebnis kommt der „Services Trade Forecast“ von HSBC und Oxford Economics. Deutschlands Exportwirtschaft droht künftig weniger stark zu wachsen – denn der globale Handel wird zunehmend durch den Dienstleistungssektor getrieben.

Der Dienstleistungssektor wird in den kommenden 15 Jahren für den Großteil des Wachstums im Welthandel verantwortlich sein. Zu diesem Ergebnis kommt der „Services Trade Forecast“ von HSBC und Oxford Economics. Der Forecast ist die erste umfassende Untersuchung des globalen Handels mit Dienstleistungen.

Bis zum Jahr 2030 soll sich der Studie zufolge das Volumen gehandelter Dienstleistungen auf über 12 Bio. US-Dollar verdoppeln. Rund 25% des gesamten Welthandels würden dann auf Dienstleistungen entfallen.

„Der Handel mit Dienstleistungen profitiert davon, dass er relativ unabhängig von den Schwankungen der Weltwirtschaft ist. Im Zuge der Digitalisierung wird es zudem immer einfacher, Services auch global bereitzustellen. So wird der Dienstleistungssektor zum Wachstumstreiber des Welthandels“, sagt Alexander Mutter, Head of Global Trade & Receivable Finance, HSBC Deutschland. Deutschland gehört absolut gesehen zwar zu den größten Exporteuren von Dienstleistungen. Der Anteil der Dienstleistungen an den Gesamtexporten ist mit rund 16% jedoch sehr gering. Zum Vergleich: In Frankreich sind es 32%, in Großbritannien sogar 44%.

Bis zum Jahr 2030 wird ein jährlicher Zuwachs des Handels mit Dienstleistungen von durchschnittlich 7% erwartet. Für Deutschland sieht die Studie dagegen nur ein durchschnittliches Plus von 6%, da strukturelle Hindernisse Innovationen im Wege stehen, die dem Export von Dienstleistungen förderlich seien. Der Marktanteil Deutschlands an den gehandelten Dienstleistungen schrumpft deshalb laut den Berechnungen bis 2030 um 0,5 Prozentpunkte auf 4,8%.

Der Dienstleistungssektor wird in den kommenden 15 Jahren für den Großteil des Wachstums im Welthandel verantwortlich sein


Industrie 4.0 bietet Chancen für neue Dienstleistungen

Chancen für Dienstleistungen aus Deutschland bieten sich insbesondere bei Leistungen rund um das Steckenpferd der deutschen Wirtschaft – der Digitalisierung aller Industrieprozesse von Produktion bis Logistik unter dem Schlagwort „Industrie 4.0“. So dürften Ingenieursleistungen oder Wartungsdienste für Anlagen in vernetzten Fabriken („Smart Manufacturing“) künftig stärker nachgefragt werden. Auch Leistungen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie, wie zum Beispiel die Verarbeitung komplexer Daten („Big Data“) und Cloud Computing, können Wachstumstreiber für den deutschen Dienstleistungssektor sein.

Deutsche Dienstleistungsunternehmen brauchen Internationalisierung 

Größter Exporteur von Dienstleistungen dürften auch in Zukunft die USA bleiben. Auf sie entfallen schon heute 16% aller weltweit gehandelten Dienstleistungen – vor Großbritannien, China, Deutschland und Frankreich. Bis 2030 werden sich die Marktanteile der großen Nationen jedoch verringern und zugunsten der aufstrebenden Volkswirtschaften in Südostasien verschieben. Mit jährlichen Wachstumsraten von 8-10% im Dienstleistungssektor gehören Indonesien, Bangladesch, Indien und Malaysia zu den am stärksten wachsenden Exporteuren weltweit.

„Die deutsche Exportwirtschaft ist traditionell stark durch die industrielle Produktion geprägt. Doch so wie jeder Maschinenbauer eine Internationalisierungsstrategie verfolgt, sollten große deutsche Dienstleistungsunternehmen das ebenfalls tun“, so Alexander Mutter.

Um nachhaltig wachsen zu können, muss sich die deutsche Exportwirtschaft diversifizieren. Ein höherer Anteil an Dienstleistungen dürfte helfen, das Exportwachstum auch in Deutschland hoch zu halten. Services, die an die starke deutsche industrielle Fertigung anknüpfen, dürften hierbei die besten Chancen haben.

HSBC Trinkaus & Burkhardt AG ist eine führende kundenorientierte Geschäftsbank mit nunmehr 230 Jahren Erfahrung und Teil der weltweit operierenden HSBC-Gruppe. Mit über 2.800 Mitarbeitern ist die Bank neben der Zentrale in Düsseldorf an 12 Standorten in Deutschland präsent. Zugleich ist Deutschland einer der wichtigsten Wachstumsmärkte für die HSBC-Gruppe. Die besondere Stärke der HSBC Trinkaus & Burkhardt AG liegt in der umfassenden Betreuung ihrer Kunden, der detaillierten Kenntnis der internationalen Märkte, insbesondere der Growth Markets, sowie ihrer globalen Vernetzung mit direktem Zugang zu den Märkten der Zukunft. Bei einer Bilanzsumme von 25,2 Mrd. Euro und 228,6 Mrd. Euro Funds under Management and Administration verfügt die Bank als Teil der HSBC-Gruppe mit "AA- (Stable)" über das beste Fitch-Rating einer privaten Geschäftsbank in Deutschland. Die Kernzielgruppen bilden Firmenkunden, institutionelle Kunden und vermögende Privatkunden. (Alle Angaben zum 30. Juni 2016) *) Vorjahreswerte angepasst (Anpassung der Rechnungslegungsmethoden)


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